Nur noch kurz die Welt retten?!

Schon seit längerer Zeit beobachte ich das politische und wirtschaftliche Geschehen auf unserer Welt. Ich beobachte einzelne Menschen und Gruppen von Menschen. Ich betrachte ihr Verhalten in ihren Äußerungen und ihren Handlungen. Und ich bin sprachlos, wütend, besorgt, manchmal schockiert und ängstlich, meistens jedoch einfach nur traurig. Es fällt mir schwer das emotionale Auf und Ab genau und differenziert wahrzunehmen, geschweige denn zu beschreiben.

 

Für gewöhnlich halte ich mich aus politischen Diskussionen heraus, da sie nur allzu oft kurzsichtig, egoistisch, polemisch oder extremistisch geführt werden. Wir lassen uns zu leicht von der Fassade, von der Maske oder dem Schein blenden, der die eigentliche Motivation der Beteiligten verbergen soll. Und solange die Menschheit existiert wird es dieses Spiel geben. Ganz egal welche Partei oder Person wir als Vertretung wählen, in der Hoffnung, dass sie unsere Probleme lösen bzw. löst, sie wird scheitern, so lange wir nicht selbst an uns arbeiten. Wir selbst sind das Problem und sehen es nicht. Wir suchen die Schuld überall nur nicht bei uns selbst. In einer Gesellschaft in der Macht und Geld als Surrogate für Zuneigung, Anerkennung, Geborgenheit und Liebe angestrebt werden, oftmals ohne dass wir uns dessen bewusst sind, können Freiheit und Frieden nicht existieren. Und ich spreche hier nicht von einzelnen Ländern, Staaten oder Nationen; ich spreche von der Menschheit. Ich spreche von dir und von mir!

Was bringen wir unseren Kindern bei? Was leben wir unseren Nachkommen vor? Was tun wir konkret, damit die Welt ein friedvoller Ort wird? Welche Hypothek hinterlassen wir nachfolgenden Generationen?

Machen wir uns nichts vor: Weil wir nicht daran glauben, dass ein Einzelner die Macht hat die Welt zu verändern, versuchen wir es erst gar nicht. Wir glauben nicht an uns, nicht an andere Menschen und erst Recht nicht an die Menschheit. Im Grunde sind wir ängstliche Kinder, die kein Vertrauen und keine Hoffnung haben. Und anstatt etwas gegen die Angst und Hoffnungslosigkeit zu tun, bevorzugen wir es das Grundproblem zu ignorieren, zu verdrängen und uns selbst abzulenken und zu betäuben. Beliebt Sätze sind: „Es hat ja sowieso alles keinen Sinn.“ Oder „Es ist ja egal was ich tue, ändern wird sich dadurch in der Welt auch nichts.“  So mancher Glückritter versucht sich seine eigene, heile Welt mit materiellen Mitteln zu schaffen, in die er sich ganz egoistisch zurückziehen kann. Doch früher oder später bricht jedes Kartenhaus in sich zusammen und so auch jede Illusion. Wir leben nicht für uns alleine und deshalb kann es keinen einzelnen Sieger im Spiel des Lebens geben. Entweder gewinnen alle oder alle verlieren. Ich appelliere daher an die Vernunft und vielmehr noch an das Herz jedes Einzelnen: Liebt einander, helft einander und baut gemeinsam an einer friedvollen Zukunft. Hass, Neid, Habgier, Verachtung und Missgunst hat unsere Seelen vergiftet und wir sind blind geworden für die Not und das Leid unserer Mitmenschen. Nur wer Liebe im Herzen trägt, kann erfassen, was wirklich im Leben zählt!